Interview mit Steven Glyde

Foto gemacht von Joshua Winger

Steven war 18 als er von der neuseeländischen Provinz in das große Auckland kam. Im Interview erzählte er mir über seine Jugend in Rotorua, seine Arbeit und Leidenschaft auf der Bühne und was man als LGBTIQ-Person in Neuseeland erwarten darf.

I: Du bist ein 21 Jähriger aus Auckland?

Steven: Richtig!

I: Erzähl uns doch bitte zuerst etwas über deine Kindheit, wo wurdest du geboren? Wie war deine Schulzeit? Was waren deine Hobbies?

Steven: Ich wurde in Rotorua geboren und ging auf die höchste Grundschule in Neuseeland und war dort eines von zwei weißen Kindern.Als ich aufwuchs spielte ich Fußball, weil mein Vater ein bekannter Fußballspieler in England war. Ich hasste es! Als ich 8 wurde entschied ich Feldhockey spielen zu wollen, was ich dann auch für 10 Jahre tat. Mein Vater war nicht glücklich darüber.

Vom elften bis zum achtzehnten Lebensjahr ging ich dann auf die High-School.

I: Wann und warum bist du dann nach Auckland gekommen?

Steven: Ich kam vor 3 Jahren nach Auckland weil ich mit meinem Ex-Freund Schluß gemacht hatte und in Rotorua lebten wir zusammen und alles erinnerte mich dort an ihn. Außerdem wollte ich auf eine der größten Schauspielschulen gehen-in der ich letztes Jahr meinen Abschluss machte.

I: Dann warst du 18 als du nach Auckland kamst?

Steven: Korrekt!

I: Kannst du uns etwas darüber erzählen, wie das Leben als Person der LGBTIQ-Community in Neuseeland aussieht? Ist es problematisch offen damit umzugehen und gibt es Anzeichen von Diskriminierung oder ist es eher ein Paradies?

Steven: Ich glaube das Neuseeland als Ganzes ein guter Ort für LGBTIQ-Menschen ist. In meiner High-School dagegen, so sind meine Erfahrungen, wurde meine Offenheit mit dem Thema eher nicht so gerne gesehen. Einige Lehrer haben es nicht so akzeptieren wollen. Aber grundsätzlich ist es ein guter Ort als LGBTIQ-Person aufzuwachsen. Wie überall tut sich vor allem die ältere Generation eher schwer mit dem Thema.

I: Wie ist das Leben als Schauspieler*in eigentlich? Harte Arbeit oder eher Leidenschaft?

Steven: Es ist extrem hart! Neuseeland hat eine sehr kleine Film- und Theaterindustrie und es gibt Zeiten da hat man keine Arbeit und muss sich irgemdwas anderes suchen. Also braucht man Begabungen auch außerhalb des Schauspielerns. Wenn ich gerade selbst nicht spiele, schreibe ich Stücke oder Kurzfilme. Eigentlich zahlen nur sie große Filmindustrie und die TV-Sender genügend Geld um von der Schauspielerei leben zu können. Außerdem muss man ja mit seinen Steuern klarkommen, was ala 18 Jähriger echt nicht einfach war, ich wusste nichts!

I: Welche Rollen hast du in deinem Leben gespielt?

Steven: Meine erste Rolle war in einem Queer-film des Auckland Queer-Festivals und seither hatte ich an die 9 Rollen in denen ich eine queere Person gespielt habe.

I: Was ist dein Lieblingsfilm? Herr der Ringe?

Steven: Nein, ich habe Herr der Ringe nie gesehen. Als Kiwi ist das schon besonders-alle hier lieben Herr der Ringe. Mein Lieblingsfilm ist wahrscheinlich American Beauty.

I: Du hast mir erzählt das deine Vorfahren im 18.Jahrhundert aus Irland kamen, welche Länder hast du bisher bereist und wie denkst du über das Starten eines neuen Lebens woanders?

Steven: Ich war bisher nur in England weil mein Dad dort lebte. Vielleicht werse ich wegen der Schauspielerei eines Tages in den USA oder Australien leben, dort habe ich bessere Chancen von meiner Arbeit leben zu können.

I: Warum glaubst du, kommen so viele Leute aus aller Welt ausgerechnet nach Neuseeland für working holidays?

Steven: Ich denke es ist einfach ein wunderschönes Land. Wir haben so viele Sehenswürdigkeiten und eine tolle Wildnis. Außerdem sind hier alle extrem herzlich. Als ich als Kind um den See in Rotorua rannte, fragte jeder den ich traf wie es mir gehen würde und man grüßt und lächelt sich hier prinzipiell an.

I: Gib mir 3 Pros und Cons in Neuseeland zu leben.

Steven: über die Pros habe ich ja im Prinzip schon gesprochen. Contras…naja ich sehe ein Problem in unserem Sozialsystem. Es sollte die Menschen mehr zu Leistungen fordern, auch wenn ich verstehen kann das der Staat eine Mindestsicherung für alle gewährleisten muss. Außerdem muss unsere Wirtschaft besser gemanagt werden. Es musa doch möglich sein, Menschen die hart arbeiten vor Armut und Elend zu beschützen. Und das dritte Contra ist eindeutig das es hier immer mindestens ein Mal täglich regnet. Du verlässt das Haus in Shirt und Shorts und brauchst wenig später eigentlich einen Regenschirm-sehr frustrierend!

I: Was ist der schönste Ort in Neuseeland und welcher der schönste in Auckland?

Steven: Devenport, im Norden Aucklands ist so wunderschön mit seinem Strand und den vielen Cafés, der schönste Ort Aucklands! In ganz Neuseeland sind es eigentlich die Strände auf der Nordinsel. Kein bestimmter sondern eigentlich alle.

I: Danke für das Interview!

Interview wurde am 08.01.2019 im Remedy Coffee in Auckland geführt.

Kategorien Allgemein

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